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RECHTSLAGE 2026

Drohnen fliegen in Deutschland - was erlaubt ist

Führerschein, Registrierung, Versicherung und Flugverbotszonen: die Pflichten der EU-Drohnenverordnung, verständlich sortiert.

Zu den Regeln

Keine Rechtsberatung

Dieser Ratgeber gibt den Stand vom August 2026 wieder und ersetzt keine rechtliche Beratung. Maßgeblich sind die EU-Durchführungsverordnung 2019/947, das Luftverkehrsgesetz und die Luftverkehrs-Ordnung. Regionale Einschränkungen können abweichen - vor jedem Flug die offizielle Karte prüfen.

Die vier Pflichten auf einen Blick

Seit 2021 gilt in der gesamten EU dasselbe Regelwerk. Für private Flüge sind vier Punkte entscheidend - und drei davon betreffen auch die kleinste Kameradrohne unter 250 Gramm.

1. Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt

Pflicht für alle Drohnen ab 250 Gramm - und für jede leichtere Drohne, die eine Kamera oder einen anderen Sensor zur Erfassung personenbezogener Daten trägt. Das trifft praktisch jede Drohne dieser Übersicht. Du erhältst eine e-ID, die außen an der Drohne angebracht werden muss. Kosten: 20 Euro, Gültigkeit fünf Jahre.

2. Kompetenznachweis ab 250 Gramm

Unter 250 Gramm brauchst du keinen Nachweis. Ab 250 Gramm beziehungsweise ab Klasse C1 ist der EU-Kompetenznachweis A1/A3 Pflicht - der sogenannte kleine Drohnenführerschein.

3. Haftpflichtversicherung

Für jede Drohne vorgeschrieben, unabhängig von Gewicht und Nutzung. Private Haftpflichtversicherungen schließen Drohnen meist aus - eine separate Police kostet je nach Anbieter etwa 30 bis 80 Euro im Jahr.

4. Flugregeln einhalten

Maximal 120 Meter über Grund, immer in Sichtweite, nie über Menschenansammlungen und nicht in gesperrten Zonen. Das Mindestalter für den eigenständigen Betrieb liegt bei 16 Jahren.

Der Drohnenführerschein: A1/A3 oder A2?

"Drohnenführerschein" ist ein umgangssprachlicher Sammelbegriff. Tatsächlich gibt es zwei Nachweise mit unterschiedlichem Aufwand - und die meisten Hobbypiloten brauchen nur den ersten.

DER KLEINE

EU-Kompetenznachweis A1/A3

  • Nötig ab: 250 Gramm bzw. Klasse C1
  • Ablauf: Online-Lehrgang, danach Online-Prüfung
  • Prüfung: 40 Multiple-Choice-Fragen, 75 Prozent zum Bestehen
  • Kosten: beim Luftfahrt-Bundesamt kostenlos, private Prüfstellen verlangen eine Gebühr
  • Gültigkeit: fünf Jahre
DER GROSSE

EU-Fernpilotenzeugnis A2

  • Nötig für: C2-Drohnen näher an unbeteiligten Personen
  • Voraussetzung: vorher A1/A3 erwerben
  • Ablauf: praktisches Selbststudium plus Präsenz- oder Online-Prüfung bei anerkannter Stelle
  • Kosten: je nach Prüfstelle rund 25 bis 80 Euro
  • Gültigkeit: fünf Jahre
ℹ️

Reicht A1/A3 für mich?

Für alle Drohnen bis 900 Gramm (C1) genügt der kleine Nachweis. Erst wenn du eine C2-Drohne wie die Mavic 4 Pro näher als 30 Meter an unbeteiligte Personen heranfliegen willst, brauchst du A2. Ohne A2 gilt für C2-Geräte die Unterkategorie A3 - mit 150 Metern Abstand zu Wohn-, Gewerbe- und Erholungsgebieten.

Die EU-Klassen und was sie bedeuten

Klasse Gewicht Führerschein Wo erlaubt Beispiele
C0 unter 250 g nicht nötig A1: nahe an Personen, nie über Menschenansammlungen DJI Mini 5 Pro, DJI Flip, Potensic Atom 2
C1 250-899 g A1/A3 A1: Überfliegen Unbeteiligter vermeiden DJI Air 3S, DJI Avata 2, Autel EVO Lite+
C2 900-3.999 g A1/A3, für Personennähe zusätzlich A2 A2: mindestens 30 m Abstand zu Unbeteiligten DJI Mavic 4 Pro, DJI Mavic 3 Pro
ohne Klasse Eigenbau, Bestandsgeräte A1/A3 ab 250 g A3: 150 m Abstand zu Wohn- und Erholungsgebieten selbstgebaute FPV-Drohnen

In vier Schritten startklar

1

Beim Luftfahrt-Bundesamt registrieren

Die Registrierung läuft online über das Portal des Luftfahrt-Bundesamts. Du meldest dich als Betreiber an, nicht die einzelne Drohne - eine e-ID gilt für alle deine Geräte. Kosten: 20 Euro für fünf Jahre.
2

e-ID an der Drohne anbringen

Die Nummer muss außen lesbar sein, üblich ist ein feuerfester Aufkleber. Zusätzlich trägst du sie in der Fernidentifizierung der Drohne ein, sofern das Modell das unterstützt.
3

Kompetenznachweis erwerben (ab 250 g)

Online-Lehrgang durcharbeiten, danach die Prüfung mit 40 Fragen ablegen. Wer 75 Prozent richtig beantwortet, bekommt den Nachweis als PDF - beim Luftfahrt-Bundesamt kostenlos.
4

Versicherung abschließen und Karte prüfen

Drohnen-Haftpflicht abschließen, dann vor jedem Flug die offizielle Karte dipul.de prüfen. Sie zeigt Flugverbotszonen, Naturschutzgebiete und Kontrollzonen tagesaktuell.

Wo du nicht fliegen darfst

Die wichtigsten Sperrzonen gelten unabhängig von Gewicht und Führerschein:

⚠️

Bußgelder sind kein Kavaliersdelikt

Verstöße gegen die Flughöhe oder das Eindringen in Kontrollzonen gelten als Luftraumverletzung und können mit Bußgeldern bis in den fünfstelligen Bereich geahndet werden. Wer ohne Versicherung fliegt, haftet im Schadensfall persönlich und unbegrenzt.

Sonderfall FPV: Fliegen mit Videobrille

Mit einer Videobrille verlierst du den direkten Sichtkontakt zur Drohne - und genau der ist vorgeschrieben. Der Gesetzgeber löst das über den Beobachter: Neben dir muss eine zweite Person stehen, die die Drohne durchgehend im Blick behält und dich sofort warnen kann. Ohne diesen Beobachter ist der Brillenflug in Deutschland nicht zulässig.

Selbstgebaute FPV-Drohnen tragen zudem keine C-Klassifizierung. Damit fallen sie ab 250 Gramm automatisch in die Unterkategorie A3: mindestens 150 Meter Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten. In der Praxis heißt das - freies Feld statt Stadtpark.

Datenschutz nicht vergessen

Neben dem Luftrecht gilt die Datenschutz-Grundverordnung. Aufnahmen, auf denen Personen erkennbar sind, dürfen nicht ohne Weiteres veröffentlicht werden. Auch das Filmen fremder Grundstücke kann das Persönlichkeitsrecht verletzen - unabhängig davon, ob du dich in erlaubter Flughöhe befindest. Für rein private Aufnahmen ohne Veröffentlichung ist der Rahmen weiter, aber nicht grenzenlos.

Passendes Modell finden

Unter 250 Gramm sparst du dir den Führerschein - darüber bekommst du mehr Sensor und Flugzeit. Unsere Kaufberatung ordnet die Modelle ein.