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KRYPTO

Wie eine Krypto-Börse funktioniert

Eine Handelsplattform, ein Verwahrer und ein Zahlungsdienstleister in einem. Welcher Teil davon welche Rolle spielt und wo die Kosten sitzen.

Mechanik ansehen

Das Orderbuch

Eine Börse handelt nicht selbst, sie führt zusammen. Auf der einen Seite stehen Kaufgebote mit einem Höchstpreis, auf der anderen Verkaufsangebote mit einem Mindestpreis. Beides zusammen ist das Orderbuch. Sobald sich ein Gebot und ein Angebot treffen, entsteht ein Abschluss, und genau dieser Preis ist der Kurs.

Es gibt also keinen amtlich festgelegten Kurs einer Kryptowährung. Es gibt nur den Preis, zu dem zuletzt auf einer bestimmten Plattform gehandelt wurde. Deshalb weichen Kurse zwischen Plattformen leicht voneinander ab.

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Spread

Der Abstand zwischen dem höchsten Kaufgebot und dem niedrigsten Verkaufsangebot heißt Spread. Er ist eine reale Kostenposition: Wer sofort kauft und sofort wieder verkauft, liegt um diesen Abstand hinten, ganz ohne Kursbewegung. Bei wenig gehandelten Coins ist er deutlich breiter als bei den großen.

Börse oder Broker

Viele Anbieter nennen sich Börse, funktionieren für Privatkunden aber als Broker. Der Unterschied entscheidet darüber, wo deine Kosten stehen.

Börse mit Orderbuch Broker
Gegenpartei andere Nutzer der Anbieter selbst
Kosten ausgewiesene Gebühr plus Spread meist nur ein Aufschlag im Kurs
Transparenz Orderbuch ist einsehbar der Aufschlag ist oft nicht beziffert
Bedienung mehr Einstellungen, mehr Begriffe einfacher, dafür weniger Kontrolle

Eine Oberfläche ohne sichtbare Gebühr ist nicht kostenlos. Sie verlagert die Kosten nur in den Kurs. Wenn du Kosten vergleichen willst, vergleiche den Betrag, der am Ende tatsächlich an Coins ankommt, nicht die beworbene Gebühr.

Die Gebührenarten

Taker-Gebühr
fällt an, wenn du sofort zum bestehenden Preis kaufst und damit Liquidität aus dem Orderbuch nimmst. Der höhere der beiden Sätze.
Maker-Gebühr
fällt an, wenn du ein Limit setzt und damit selbst ein Angebot ins Buch stellst. Meist günstiger, weil du Liquidität bereitstellst.
Einzahlungsgebühr
hängt am Zahlungsweg. Eine Überweisung ist oft kostenlos, Karte und Sofortzahlung kosten regelmäßig mehrere Prozent.
Auszahlungsgebühr
fällt beim Abheben von Euro an und getrennt davon beim Versenden von Coins an eine externe Adresse.
Netzwerkgebühr
geht nicht an die Börse, sondern an das Netzwerk selbst. Sie schwankt mit der Auslastung und kann zu Spitzenzeiten erheblich sein.

Die Frage der Verwahrung

Wer Coins auf einer Plattform liegen lässt, besitzt keinen Schlüssel, sondern einen Anspruch gegen das Unternehmen. Das ist die wichtigste Unterscheidung des gesamten Themas.

Verwahrung bei der Plattform

Bequem, nichts kann verloren gehen, Passwort lässt sich zurücksetzen. Dafür trägst du das Risiko, dass das Unternehmen ausfällt, gehackt wird oder Auszahlungen einfriert. Eine gesetzliche Einlagensicherung wie bei Bankguthaben gibt es hier nicht.

Eigene Wallet

Du hältst den privaten Schlüssel selbst, meist gesichert über eine Wiederherstellungs- phrase aus zwölf oder 24 Wörtern. Kein Unternehmen kann dir den Zugang sperren. Dafür gibt es auch niemanden, der bei Verlust hilft.

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Die Wiederherstellungsphrase

Wer die Wörterfolge hat, hat die Coins. Sie gehört auf Papier oder Metall an einen sicheren Ort, nicht in ein Foto, eine Notiz-App oder eine Cloud. Kein seriöser Anbieter und kein Support fragt jemals danach. Wer danach fragt, betrügt.

Was noch zu wissen ist

Transaktionen sind endgültig

Eine einmal gesendete Überweisung im Netzwerk lässt sich nicht zurückholen. Eine falsche Empfangsadresse oder ein falsches Netzwerk bedeutet in aller Regel, dass das Geld weg ist. Deshalb testen viele zuerst mit einem Kleinstbetrag.

Steuerlich gelten eigene Regeln

Kryptowährungen zählen in Deutschland nicht als Kapitalvermögen, sondern als anderes Wirtschaftsgut. Es gilt also nicht die Abgeltungssteuer, sondern die Systematik privater Veräußerungsgeschäfte mit dem persönlichen Steuersatz und einer Haltefrist. Die Börse führt hier nichts für dich ab, die Erklärung liegt bei dir.

Zinsangebote sind Kredite

Wenn eine Plattform Rendite auf hinterlegte Coins verspricht, verleiht sie diese weiter. Du wirst damit zum Gläubiger und trägst das Ausfallrisiko des Gegenübers. Das ist kein Sparbuch, auch wenn es so präsentiert wird.

Risiko und Rendite

Warum sehr hohe Renditeversprechen immer ein sehr hohes Risiko begleiten.

Hinweis

Dieser Text erklärt Begriffe und Zusammenhänge. Er ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Empfehlung für ein bestimmtes Produkt. Ob eine Anlageform zu deiner Lebenssituation passt, hängt von Dingen ab, die ein allgemeiner Ratgeber nicht kennt. Für verbindliche Auskünfte wende dich an eine Bank, eine Steuerberatung oder eine Verbraucherzentrale.