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GRUNDLAGEN

Risiko und Rendite

Es gibt keine hohe Renditechance ohne hohes Risiko. Wer etwas anderes verspricht, hat das Risiko nur versteckt.

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Der Zusammenhang

Rendite ist der Preis, den der Markt dafür zahlt, dass jemand Unsicherheit aushält. Wäre eine Anlage sicher und gleichzeitig hoch verzinst, würden alle sie kaufen, bis der Zins wieder gefallen ist. Deshalb bewegt sich beides immer im Gleichschritt.

Praktisch heißt das: Jede Anlage, die eine deutlich höhere Rendite in Aussicht stellt als Tagesgeld, enthält ein zusätzliches Risiko. Die einzige sinnvolle Frage ist, welches Risiko das genau ist und ob du es tragen kannst.

Risiko ist nicht nur Verlust

In der Finanzwelt meint Risiko meist Schwankung, nicht Untergang. Diese vier Arten werden im Alltag leicht durcheinandergebracht.

Schwankungsrisiko

Der Kurs geht auf und ab. Gemessen wird das als Volatilität. Ein breiter Aktienmarkt liegt historisch bei ungefähr 15 bis 20 Prozent im Jahr, einzelne Aktien deutlich darüber. Wer nicht verkaufen muss, spürt davon nur den Kontostand.

Totalverlustrisiko

Das Investment ist am Ende nichts mehr wert. Bei einer einzelnen Aktie ist das möglich, bei einem breit gestreuten Index praktisch ausgeschlossen, weil dafür tausende Unternehmen gleichzeitig verschwinden müssten.

Zeitpunktrisiko

Du brauchst dein Geld genau dann, wenn die Kurse unten stehen. Das ist das Risiko, das Privatanleger am häufigsten trifft, und es hängt allein an deiner Planung, nicht am Markt.

Kaufkraftrisiko

Der Betrag bleibt gleich, aber er kauft weniger. Das ist das Risiko der vermeintlich sicheren Anlage. Wer über Jahrzehnte unter der Inflationsrate verzinst, verliert zuverlässig, nur eben langsam.

Kaufkraftverlust berechnen

Was Streuung leistet

Streuung ist das einzige Mittel, mit dem sich Risiko senken lässt, ohne gleichzeitig die erwartete Rendite zu senken. Der Grund ist einfach: Wenn du viele Unternehmen hältst, trifft dich die Pleite eines einzelnen kaum noch.

Streuung wirkt dabei in mehreren Richtungen gleichzeitig, und alle vier sind nötig, damit sie hält, was sie verspricht.

Über Unternehmen
nicht drei Titel, sondern hunderte oder tausende
Über Branchen
nicht nur Technologie, sonst trifft dich jede Branchenkrise voll
Über Länder
nicht nur der Heimatmarkt, sonst hängen Job und Depot an derselben Wirtschaft
Über die Zeit
regelmäßig kaufen statt alles an einem Tag, das entschärft das Zeitpunktrisiko beim Einstieg
ℹ️

Klumpenrisiko

Ein Klumpenrisiko entsteht, wenn ein einzelner Faktor überproportional viel Gewicht hat. Klassisch ist das eigene Arbeitgeberpapier: Geht es dem Unternehmen schlecht, wackeln Gehalt und Depot zur selben Zeit. Auch ein weltweiter Index kann ein Klumpenrisiko enthalten, wenn wenige sehr große Konzerne einen erheblichen Teil ausmachen.

Der Anlagehorizont

Die wichtigste Stellschraube ist nicht die Produktauswahl, sondern die Frage, wann du das Geld brauchst. Je kürzer der Zeitraum, desto stärker wiegt eine zufällig schlechte Phase.

Geld wird gebraucht Worauf es ankommt
Innerhalb von 3 Jahren Verfügbarkeit und Wertstabilität stehen vorn, Schwankung ist hier ein echtes Problem
3 bis 10 Jahre Zwischenfeld, in dem die Aufteilung zwischen schwankenden und stabilen Anteilen die Hauptrolle spielt
Über 15 Jahre Schwankung verliert an Bedeutung, das Kaufkraftrisiko rückt nach vorn
⚠️

Vergangene Renditen sind keine Zusage

Historische Durchschnitte beschreiben, was war. Sie sind kein Versprechen für die Zukunft, und gerade sehr lange Zeitreihen glätten Jahrzehnte weg, die sich beim Erleben sehr unangenehm angefühlt haben.

Was ist ein ETF?

Wie Streuung in einem einzelnen Produkt umgesetzt wird.

Hinweis

Dieser Text erklärt Begriffe und Zusammenhänge. Er ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Empfehlung für ein bestimmtes Produkt. Ob eine Anlageform zu deiner Lebenssituation passt, hängt von Dingen ab, die ein allgemeiner Ratgeber nicht kennt. Für verbindliche Auskünfte wende dich an eine Bank, eine Steuerberatung oder eine Verbraucherzentrale.