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GELDANLAGEDrei Buchstaben, die für einen Fonds stehen, der einen Index nachbildet und an der Börse gehandelt wird. Was das im Einzelnen bedeutet, steht hier.
Erklärung lesenETF steht für Exchange Traded Fund, also börsengehandelter Fonds. Ein Fonds ist ein Topf, in den viele Anleger einzahlen und aus dem heraus Wertpapiere gekauft werden. Wer Anteile am Topf hält, hält anteilig alles, was darin liegt.
Das Besondere am ETF ist, was mit dem Geld geschieht. Es sucht niemand die vermeintlich besten Aktien aus. Der Fonds bildet stattdessen einen Index nach, also eine feste, öffentlich bekannte Liste von Wertpapieren mit festen Gewichtungen. Steigt der Index um zwei Prozent, steigt der ETF ungefähr ebenfalls um zwei Prozent.
Weil dafür kein Team Unternehmen analysieren muss, ist ein ETF deutlich günstiger als ein aktiv gemanagter Fonds. Das ist der ganze Kern des Produkts.
Ein Index ist eine Rechenvorschrift, kein Produkt. Ein Anbieter legt fest, welche Wertpapiere aufgenommen werden, wie sie gewichtet sind und wann die Liste überprüft wird. Drei Beispiele, die dir überall begegnen werden:
Die 40 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands. Sehr konzentriert auf ein Land und auf wenige Branchen, vor allem Industrie, Chemie und Software.
Rund 1.400 große und mittelgroße Unternehmen aus etwa 23 Industrieländern. Klingt nach der ganzen Welt, wird aber von US-Konzernen dominiert, weil nach Börsenwert gewichtet wird. Schwellenländer fehlen vollständig.
Industrieländer und Schwellenländer zusammen, mehrere tausend Unternehmen. Die breiteste gängige Variante für einen einzelnen ETF.
Gewichtung nach Börsenwert
Es gibt zwei Wege, einen Index nachzubilden. Beide sind zulässig, sie unterscheiden sich darin, was der Fonds tatsächlich besitzt.
| Verfahren | Was im Fonds liegt | Besonderheit |
|---|---|---|
| Voll physisch | alle Wertpapiere des Index | am einfachsten nachvollziehbar, bei sehr großen Indizes aufwendig |
| Optimiertes Sampling | eine repräsentative Auswahl | spart Handelskosten, erzeugt eine kleine Abweichung zum Index |
| Synthetisch (Swap) | ein anderes Wertpapierdepot plus ein Tauschgeschäft | bildet auch schwer zugängliche Märkte ab, bringt einen Vertragspartner ins Spiel |
Bei einem synthetischen ETF verspricht eine Bank per Vertrag die Indexrendite und bekommt im Gegenzug die Erträge des tatsächlich gehaltenen Depots. Fällt dieser Vertragspartner aus, greift das hinterlegte Depot als Sicherheit. Reguliert ist dieses Restrisiko auf höchstens zehn Prozent des Fondsvermögens, in der Praxis sichern Anbieter deutlich enger ab.
Die Kosten eines ETF verstecken sich nicht in einer Rechnung, sie werden laufend aus dem Fondsvermögen entnommen. Du siehst sie also nie als Abbuchung, sondern nur als etwas niedrigeren Kurs.
Total Expense Ratio, angegeben in Prozent pro Jahr vom angelegten Betrag. Breite Aktien-ETFs liegen meist zwischen 0,07 und 0,25 Prozent, spezielle Themen-ETFs deutlich darüber. Bei 10.000 Euro sind 0,20 Prozent rund 20 Euro im Jahr.
Der tatsächliche Rückstand des ETF auf seinen Index über ein Jahr. Sie ist die ehrlichere Zahl als die TER, weil sie Handelskosten und Zusatzerträge aus Wertpapierleihe bereits enthält. Sie kann sogar negativ sein, der ETF läuft dann minimal besser als der Index.
Der Spread ist der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs an der Börse, die Ordergebühr zahlst du an deinen Broker. Beide fallen beim Handeln an, nicht beim Halten. Wer selten kauft, zahlt sie selten.
Das Geld in einem Fonds gehört rechtlich nicht der Fondsgesellschaft. Es ist Sondervermögen und wird getrennt bei einer Verwahrstelle geführt. Geht der Anbieter pleite, fällt das Fondsvermögen nicht in die Insolvenzmasse, sondern gehört weiterhin den Anteilseignern.
Schutz vor Insolvenz, nicht vor Verlust
ETF-Namen wirken kryptisch, folgen aber einem Muster. Ein Beispiel wie Anbieter MSCI World UCITS ETF USD (Acc) liest sich so:
Hinweis
Dieser Text erklärt Begriffe und Zusammenhänge. Er ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Empfehlung für ein bestimmtes Produkt. Ob eine Anlageform zu deiner Lebenssituation passt, hängt von Dingen ab, die ein allgemeiner Ratgeber nicht kennt. Für verbindliche Auskünfte wende dich an eine Bank, eine Steuerberatung oder eine Verbraucherzentrale.